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Frank Wiesenberg

Archivseite Oktober 2025
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Willkommen beim
Römer-Blog des
RÖMISCHEN VICUS

Der Römer-Blog ist ein Teil des Projekts

www.roemischer-vicus.de

Neben dem kleinen "Blick hinter die Kulissen" sammeln sich im Römerblog einige interessante und auch ein paar kuriose oder lustige Notizen zu den Themen Römer, römisches Reenactment, Living History, Archäotechnik und experimentelle Archäologie an.

Das Römer-Jahr 2025 neigt sich dem Ende. Soweit es die Zeit zulässt werden wir hier möglichst breit gefächert verschiedene Aktionen vorzustellen, deswegen ... schaut öfter mal wieder rein!
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Am 30.10.2025 von QVINTVS:
Neues bei www.glasrepliken.de: Übernahme einer Glassammlung Taylor & Hill

Ich habe ein paar Tage überlegt, ob ich diesen Beitrag überhaupt schreiben soll. Eigentlich wäre es eine tolle Nachricht, dass die Sammlung der römischen Glasrepliken der ROMAN GLASSMAKERS Mark Taylor & David Hill kürzlich signifikant erweitert werden konnte. Aber dahinter steckt eine sehr traurige Nachricht.

Wie sich schnell herausstellte, gehörten die vielen tollen Glasgefäße, die plötzlich auf der Online-Kleinanzeigen-Plattform auftauchten jemanden, den ich seit über 20 Jahren als regelmäßigen Gast auf vielen Römerfesten kannte. Ob bei den großen Römerfesten im Archäologischen Park Xanten, bei vielen Tagen der offenen Tür in der Außenstelle Titz-Höllen des Rheinischen Amtes für Bodendenkmalpflege oder bei der Eröffnung des Landschaftsparks in Nettersheim oder sogar beim Römerfest des Limesmuseums Aalen - Harald war viele Jahre immer dabei. Besonders häufig traf man ihn, nachdem er als Studiendirektor in den Ruhestand gegangen war. Meist in roter Woll-Tunika, meist mit umgehangener Ledertasche. Wir haben dann oft zusammengesessen und viel erzählt, insbesondere bei den kleineren Veranstaltungen, wenn wir von Besuchern nicht überrannt wurden.

Ich kann mich gut daran erinnern, dass er bei mir einige von Mark Taylor & David Hill geschaffene Glas-Raritäten erworben hat. Zum römischen Glas habe offensichtlich nicht nur ich eine gewisse Affinität. Das muss in den Jahren 2003 bis 2013 gewesen sein, eventuell auch noch später.

Dass Harald fehlte, ist uns schon vor einigen Jahren aufgefallen. Aber dadurch, dass mir die Zeit fehlt, um als darstellender Handwerker (und Glashändler) viele Römerfeste zu besuchen, hätte es ja gut sein können, dass wir uns einfach verpasst oder aus den Augen verloren haben. Und einige Jahre lag ja mein Projektschwerpunkt im Saarland, da ist der Niederrhein schon recht weit weg.

Ich bin traurig, dass der Kontakt abgerissen und Harald wohl schon vor einiger Zeit verstorben ist. Am letzten Sonntag sind wir zu zweit in den Raum Leipzig gefahren, um ein paar Stücke aus dem Nachlass zu erwerben. Das lief anders als geplant, denn letztendlich haben wir die gesamte Sammlung der Gläser von Taylor & Hill und noch deutlich mehr erworben. Das sind richtig tolle Gefäße, zum Teil noch aus dem Ende der 1990er Jahren. Darunter viele seltene Stücke, einige sogar, die Mark nur ganz selten gefertigt hat. Viele Gefäße sind darunter, die auch durch meine Hände als Glashändler QVINTVS VETINIVS VERVS gegangen sind, die ich aber leider damals nicht behalten habe. Kein Wunder, dass dabei viele Stücke waren, die mir in der Sammlung noch fehlten.

 

Auto voll, Konto leer, gute 1.000 Kilometer in teilweisem Sauwetter gefahren - so könnte man den letzten Sonntag subsummieren. Eigentlich wäre das ja ein schöner "Beutezug" ... aber ich kann mich nicht recht freuen. Mit den Erben von Harald haben wir sehr nette Leute kennengelernt und ganz viel geredet, während wir die römische Sammlung von Harald gesichtet haben. Dabei kamen viele Erinnerungen hoch - fast schien es mir, als würde er neben uns sitzen und zuhören.

Einige nicht-gläserne römische Replikate werden in den Bestand der RömerWel. t am caput limitis übergehen. Nicht nur die Museumspädagogik, sondern auch der Ausstellungsbereich sollte davon profitieren. Ich gehe davon aus, dass das auch in Haralds (Lehrer-) Sinne ist. Von den gläsernen Stücken wird dort bestimmt auch gelegentlich etwas zu sehen sein.

BIBAMVS, Harald!


Am 29.10.2025 von QVINTVS:
Neues bei den Freunden des Limes: Hilfreiche Unterstützung an der Streuobstwiese an den Limes-Anlagen an "Hottels Buchen"

Am Limes-Lehrpfad im Rheinbrohler Wald ist die Limes-Arbeitsgruppe des Fördervereins "Freunde des Limes e.V." regelmäßig tätitg. Jetzt hatte sie PS-starke Unterstützung.

Pressemitteilung

"Limes-Anlagen an „Hottels Buchen“: Hilfreiche Unterstützung an der Streuobstwiese

Rheinbrohl, am Schnittpunkt der UNESCO-Welterbestätten Obergermanisch-Raetischer und Niedergermanischer Limes gelegen, beherbergt mit der RömerWelt am caput limitis das offizielle Limesinformationszentrum des Landes Rheinland-Pfalz. Aber nicht nur das: Auch im Rheinbrohler Wald gibt es viele Spuren des römischen Grenzwalls zu entdecken. Ein besonderer Punkt ist der Bereich im Distrikt „An Hottels Buchen“, wo zur Römerzeit nacheinander drei Wachttürme errichtet worden waren. Nach der Nummerierung der Reichs-Limeskommission handelt es sich um die Turmstelle 1/8.

Um diese Stelle in eigener Verfügung zu haben für die Anlage einer kleinen archäologischen Stätte mit Präsentation der Relikte des Bodendenkmals, hat die Ortsgemeinde seinerzeit in einem Tauschverfahren die dortige große Streuobstwiese in ihren Besitz gebracht. Die Limes-Arbeitsgruppe des Vereins „Freunde des Limes“ hat dort eine große Schutzhütte errichtet, die sogenannte „Waldschule“, die von vielen Wanderern aufgesucht wird. Die „Hüttenbücher“ – mittlerweile füllt sich das vierte – legen beredtes Zeugnis davon ab. Man ist erstaunt festzustellen, von woher überall in Deutschland und aus dem Ausland Besucher an der Strecke wandern, die im Anfangsbereich mit dem Westerwaldsteig identisch ist, zugleich aber als „RömerWelt-Weg“ einen Rundweg von und zu der RömerWelt darstellt.

An dieser Turmstelle 1/8 ist der zuletzt errichtete der drei Limes-Wachttürme teilweise noch heute im Original gut einen Meter hoch aufstehend vorhanden, was man selten am Limes antrifft. Die originalen Fundamente des Vorgänger-Turms sind des Schutzes halber von den Archäologen abgedeckt und mit einem aufgesetzten Sockel versehen worden.

An der großen Streuobstwiese hat die Limes-Arbeitsgruppe einen Limes-Lehrpfad angelegt. Schritt für Schritt kann man hier die Entwicklungsphasen der römischen Grenzanlage im Nachbau und auf illustrierten Informationstafeln verfolgen: von der überwachten Waldschneise über die ergänzende Holzpalisade und schließlich Wall und Graben bis zur Aufgabe und dem Verfall des Limes.

Die Limes-Arbeitsgruppe hält die Besucherhütte und den Bereich des Limes-Lehrpfades sorgfältig im Schuss. Ständige Mäharbeiten sind in der Wachstumsphase angesagt. Außerhalb dieses Bereichs kümmert sie sich um die Streuobstwiese, sorgt für Schnitt der jungen Obstbäume und Nachpflanzungen.

Die Streuobstwiese wird im Jahresverlauf nicht vorzeitig gemäht, um Pflanzen in den Samen kommen zu lassen, Insekten und Vögeln Nahrung zu bieten, die Artenvielfalt zu fördern und zum Schutz von Insekten und Jungtieren. Erst im Herbst wird die Wiese einmal gemulcht.

Diese Aufgabe hat häufig der Bauhof der Verbandsgemeinde übernommen. Aber die Ortsgemeinde Rheinbrohl ist arm, und die Arbeit des Bauhofs verursacht ihr Kosten. Um die finanzielle Belastung der Gemeinde in Grenzen zu halten, sind viele Ehrenamtliche im Einsatz. So mähen Ehrenamtliche zum Bespiel den Friedhof, was hohe Anerkennung verdient. Für die Streuobstwiese wurde auch Ausschau nach einer kostenlosen Hilfe gesucht, die aber über entsprechendes Gerät verfügen muss. Dazu wurde Alfons Rott angesprochen, der im Nebenberuf Landwirt ist. Der sagte bereitwillig zu und mulchte vergangene Woche die Wiese, was im Nebeneffekt auch die großen von Wildschweinen aufgewühlten Flächenbereiche wenigstens teilweise planierte.

Bei einem kleinen Umtrunk dankte ihm Benno Willscheid als Leiter der Limes-Arbeitsgruppe für die hilfreiche Unterstützung."

Quelle: http://www.freunde-des-limes.de/p_aktuelles.htm

Weitere Informationen über den Förderverein "Freunde des Limes e.V." gibt es online auf: http://www.freunde-des-limes.de


Am 29.10.2025 von QVINTVS:
Stille Versteigerung erfolgreich abgeschlossen - über 600 Euro für die Stiftung Caput Limitis

Ganz genau 607,50 Euro sind mittlerweile dank der Kunsta(u)ktion "Fifty-Fifty" von Frank Grabowski auf dem Konto der RömerWelt am caput limitis, bzw. der Stiftung "Caput Limitis", eingegangen. Im Namen des gesamten Stiftungsvorstandes möchte ich hierfür Frank Grabowski und allen Bietern unseren herzlichen Dank aussprechen!

Eine schöne, langfristig angelegte und durchaus kunstvolle Verwendung im Museumsbereich kommt mir dafür in den Sinn. Mehr dazu demnächst an dieser Stelle.

 

 

"Pressemitteilung

Stille Versteigerung erfolgreich abgeschlossen

über 600 Euro für die Stiftung Caput Limitis

 

Die stille Versteigerung im Rahmen der Kunstaktion „Fifty-Fifty“ des Künstlers Frank Grabowski in der Römerwelt Rheinbrohl ist am 19. Oktober 2025 erfolgreich zu Ende gegangen. Grabowski, der in Rheinbrohl geboren und heute im Allgäu lebt, hatte mit dieser Aktion den Bogen zu seinen künstlerischen Wurzeln geschlagen: Gezeigt wurden Werke aus seiner früheren Heimat, die bereits 2017/18 in der Verbandsgemeinde Bad Hönningen ausgestellt waren und nun erneut ans Licht gebracht wurden.

Im Zuge der Ausstellung konnten Besucherinnen und Besucher auf die präsentierten Arbeiten bieten – vor Ort und online. Der Verkaufserlös wurde gemäß dem Konzept der Aktion „Fifty-Fifty“ hälftig geteilt: 50 % zugunsten der Stiftung Caput Limitis, 50 % zugunsten des Künstlers. Nach Abschluss der Versteigerung konnten über 600 Euro an die Stiftung überwiesen werden. Frank Grabowski überreichte die Spende symbolisch an Frank Wiesenberg, den Geschäftsführer der Römerwelt Rheinbrohl, der sie stellvertretend an die Stiftung Caput Limitis weiterleiten wird.

„Ich freue mich sehr, dass die Aktion so positiv aufgenommen wurde und wir gemeinsam einen Beitrag für einen guten Zweck leisten konnten“, sagte Frank Grabowski bei der Übergabe. Auch Römerwelt-Geschäftsführer Frank Wiesenberg zeigte sich erfreut: „Die Verbindung von Kunst, Heimat und sozialem Engagement passt wunderbar zu unserem Haus – wir danken Frank Grabowski für diese inspirierende Aktion.“

Mit dem Abschluss der Versteigerung endete die Kunstaktion „Fifty-Fifty“ in der Römerwelt – doch die Idee, Kunst und Gemeinsinn miteinander zu verbinden, soll weiterleben."

Kontakt:
RömerWelt am caput limitis - Arienheller 1 - 56598 Rheinbrohl
Tel. 02635 921866 - info@roemer-welt.de - www.roemer-welt.de
www.facebook.com/caputlimitis

Quelle: Webseite der RömerWelt

Zu dieser einmaligen Aktion siehe auch die Römer-Blog-Beiträge vom 30.09.2025 und 21.10.2025.

Für weitere Aktionen von Frank Grabowski siehe auch https://www.prog-art.de.


Am 28.10.2025 von QVINTVS:
Neues bei www.glasrepliken.de: die Nachbildung der Gemma Augustea

Heute möchte ich einen weiteren höchst interessanten Zugang zur Sammlung von www.glasrepliken.de vorstellen: die Nachbildung der Gemma Augustea. Das Original ist aus einem zweifarbigen Sardonyx herausgeschnitten. Diese Technik scheint sich in diversen Glasgefäßen wiederzufinden, insbesondere bei den Kameogefäßen wie der Portland Vase, aber auch bei den Diatretgläsern. Gerade deswegen ist die Gemma Augustea auch für historisch interessierte Glasmacher und Glasgraveure höchst interessant.

Das im Kunsthistorischen Museum in Wien befindliche Original ist hier in Originalgröße und sehr detailliert wiedergegeben. Natürlich verfügt die Kopie nicht über die Goldfassung des antiken Originals, aber der Goldlack kommt der Kopie auch gut zur Geltung. Der Vergleich mit Fotos vom Original zeigt, dass es sich nicht um einen einfachen Abguss handelt, denn hier wurde an vielen Stellen modifiziert (siehe zum Beispiel den Bereich um die Figur in der linken unteren Ecke). Das Material wirft auch Fragen auf. Der Blick in das rückseitige Loch zur Aufhängung scheint Gips als Material nahezulegen. Wie dann die elfenbeinartige Anmutung der Oberfläche erreicht wurde ... das würde ich schon gerne wissen!

Was ich auch hier wieder gerne wissen würde, ist, wer diese besondere Kopie der Gemma Augustea hergestellt hat - und wann. Über entsprechende Hinweise freue ich mich!

Link zu Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Gemma_Augustea


Am 25.10.2025 von Sascha:
RömerStammtisch auf den Spuren von Marc Aurel – ein erlebnisreicher Tag in Trier

Ein spannender und zugleich unterhaltsamer Tag liegt hinter den Mitgliedern des RömerStammtisches der RömerWelt. Die Gruppe besuchte das Rheinische Landesmuseum in Trier, um die beeindruckende Sonderausstellung über den römischen Kaiser Marc Aurel zu erleben.

Unter der fachkundigen und humorvollen Führung von Walter Schneider erhielten die Teilnehmenden spannende Einblicke in das Leben und Wirken des Philosophenkaisers. Mit fundiertem Wissen, Witz und Charme machte er die Ausstellung zu einem besonderen Erlebnis.

Nach dem informativen Rundgang kehrte die Gruppe im traditionsreichen Restaurant „Zum Domstein“ ein, wo bei römischen Spezialitäten der Tag in geselliger Runde ausklang.

Ein herzliches Dankeschön geht an Corrado Ulisse für die hervorragende Organisation und Einladung. So endete ein lehrreicher und zugleich geselliger Tag in der ältesten Stadt Deutschlands – ganz im Zeichen der römischen Geschichte.


Am 25.10.2025 von QVINTVS:
Neue Scheren und Glasmacherpfeifen für die Römische Glashütte

Die letzte Woche unternommene Exkursion nach Zwiesel im Bayerischen Wald wurde in ihrem Verlauf zu einer größeren Einkaufstour, denn bei der Rückfahrt konnte ich einen kleinen Abstecher zur Firma KMK Kurt Merker GmbH in Kelheim machen. Glücklicherweise waren genau die Scheren lagerseitig vorrätig, die ich mir für künftige Projekte mit römischem Fensterglas und Mosaik-Rippenschalen gewünscht hatte: Die vorhandenen, gebraucht erworbenen und bis zu hundert Jahre alten Henkelscheren haben halt ihre besten Zeiten hinter sich und ließen sich größtenteils nicht mehr instandsetzen. Hier musste doch einmal in neues, gutes Werkzeug invenstiert werden.

Eine Neuheit für den Werkzeugpool der Römischen Glashütte ist die lange Schere. Gerade das Abschneiden des Glaspostens für Fensterglas und monochrome Rippenschalen dürfte hiermit leichter fallen. Vielen Dank an Isabell Merker für den kurzfristigen Termin und das nette Gespräch!

 

Für die Herstellung von drei neuen Glasmacherpfeifen ging es dann in die heimische Werkstatt. Nicht nur in der Römischen Glashütte, sondern auch beim römischen Glasofenprojekt des Archaeocentrum Velzeke hatten sich die bisher verwendeten 1,2 m langen Pfeifen als etwas unhandlich herausgestellt. Insbesondere die Glashütte im belgischen Velzeke scheint von Jahr zu Jahr zu schrumpfen. Abhilfe sollen nun 20 cm kürzere Glasmacherpfeifen (14 mm Außendurchmesser; 2,5 mm Wandstärke; 1 m Länge) schaffen. Da diese ohne konische Aufschweiß-Ende sein sollten, stand einer Eigenanfertigung nichts im Wege.

Nachdem ich das Material gestern dem Versandkarton entnehmen konnte ging es heute dann endlich mal wieder an die Myford Super 7 Drehbank. Das alte Schätzchen schien sich richtig über die Aufmerksamkeit zu freuen (Danke nochmals an Barry!). Schon nach einer Stunde Arbeit waren die drei neuen Glasmacherpfeifen fertig. An allen Schnittkanten begradigt und entgratet, innen leicht angefast, außen als Mundstück mit einem lippenfreundlichen Radius versehen, dann noch eine kleine Nut als "die-ist-mir-Markierung" - und dann schnell überschliffen - fertig.

Jetzt müssen die neuen Werkzeuge nur noch beizeiten in der Römischen Glashütte getestet werden. Wann, das werde ich hier natürlich mitteilen ...


Am 24.10.2025 von QVINTVS:
Neues bei www.glasrepliken.de: Fischbecher oder Konchylienbecher

Nachdem ich eben über Möchtegern-syrische Gläser gemeckert habe, muss ich endlich wieder einmal etwas Positives loswerden: Diese moderne Interpretation eines römischen Konchylienbechers hat mich extrem positiv überrascht! Natürlich waren mir die römischen Fundstücke aus dem späten 3. bzuw. dem Anfang des 4. Jh. n. Chr. aus Köln und Trier bestens bekannt. Aber mir war nicht bekannt, dass sich ein neuzeitlicher Glasmacher an einer Kopie versucht hätte. Lauf Aufkleber stammt diese Replik aus der Glashütte Ittig in Wertheim (Wertheimer Glaskunst). Das Foto gibt meine Überraschung nur unzureichend wieder.

Das ist mal ein höchst interessantes Stück! Hier zum Vergleich die Links zu zwei römischen Originalen.

Link zum Fischbecher im Rheinischen Landesmuseum Trier: https://rlp.museum-digital.de/object/5881

Link zum Konchylienbecher im Römisch-Germanischen Museum der Stadt Köln: https://www.instagram.com/p/C9Umco-KHOS/


Am 24.10.2025 von QVINTVS:
Neues bei www.glasrepliken.de: zwei "syrische" Gläser der Joska Waldglashütte

Irgendwann musste es ja mal sein. Vor ein paar Tagen bekam ich zu einem zugegebenermaßen günstigen Kurs zwei Glasgefäße, die laut anhängendem Zettelchen der Joska Waldglashütte in Bodenmais (Bayerischer Wald) entstammen sollen. Aufgrund des Preisetiketts auf dem zweihenkligen Krug (DM 12,90) und der vierstelligen Postleitzahl müssen sie mindestens aus den frühen 1990er Jahren stammen. Im anhängenden Heftchen werden sie als "Syrisches Glas" beschrieben. Beide Gefäße sind recht dickwandig, schwer, ziemlich grob gearbeitet und mit einer recht interessanten Patina versehen. Dadurch sollen sie wohl "antik" wirken. Das mag vom ersten Anschein her beim Laien durchgehen. Aber nur vom ersten Anschein ... umso schlimmer, dass ich solche und ähnliche Gefäße bereits als Geschichtsdarstelller-Accessoires bei einigen römischen Museumsfesten erblickt habe.

Da solche und ähnliche Gefäße aus diversen Quellen seit geraumer Zeit in Massen bei der einschlägigen Internet-Auktionsplattform auftauchen wurde es Zeit, hier einmal exemplarisch dazu etwas zu schreiben: Um mit dem Besten anzufangen: Die Patina ist nett gemacht. Aber alles andere eher gruselig als "antik". Nun ist das syrische Glas nicht unbedingt mein Spezialgebiet, aber ich habe trotzdem schon einige archäologische Fundstücke aus dieser Region gesehen. Die hier präsentierten Stücke sind meilenweit davon entfernt. Ja, es gab auch dort zweihenklige Gefäße mit aufgelegtem Faden. Und natürlich auch formgeblasene hexagonale Flaschen. Aber wie auch immer, die sehen schon von Weitem deutlich anders aus. Wenn hier der Ursprung dieser beiden Gefäße tatsächlich in Syrien liegen würde, dann würde ich das unter typischen "Touristen-Nepp" verbuchen. Aber syrische "Repliken" aus dem Bayerischen Wald?!? Das ist dann eine ganz besondere Form desselbigen. Auch in den 90ern wären mir 12,90 DM genau DM 12,90 zu viel dafür gewesen.

Ich glaube, dass ich meine Repliken-Vergleichs-Seite auf www.glasrepliken.de nicht um eine Rezension dieser beiden Stücke bereichern werde.

Und um es noch einmal ganz deutlich zu sehen: Römisch sind diese Gefäße erst recht nicht! Weder original, noch als Nachbildung tauglich.

Fazit: Wer es mag, der hat hiermit zwei schwere Kaliber für das "Möchtegern-Repliken-Gruselkabinett". Ansonsten besser Finger weg davon. Besonders Geschichtsdarsteller sollten von solchen Dingen die Finger lassen! Das gilt auch für die überwiegende Menge der online aktuell als "römisch", "syrisch" oder "antik" angebotenen Glasgefäße.

Am 22.10.2025 von QVINTVS:
Terminhinweis: 31. Oktober 2025 - "Vortrag Neues aus der römischen Archäologie - die letzten 50 Jahre!" von Mario Becker in der RömerWelt am caput limitis Rheinbrohl

Am kommenden Freitag (31.10.2025) findet um 18:00 Uhr in der RömerWelt am caput limitis in Rheinbrohl mit dem traditionellen Herbstvortrag von Mario Becker die letzte Veranstaltung der Saison 2025 statt. Der Titel "Neues aus der römischen Archäologie - die letzten 50 Jahre!" verheißt eine höchst unterhaltsame und informative Vortragsstunde in der Aula Nova der RömerWelt!

 

 

 

"Pressemitteilung

Vortrag mit Mario Becker

31. Oktober 2025 - 18.00 Uhr

Neues aus der römischen Archäologie - die letzten 50 Jahre!

 

Gräber, Hortfunde, Schlachtorte - immer wieder werden wir mit überraschenden Funden und Befunden aus der Römerzeit konfrontiert und es dauert zumeist eine Weile, bis die Wissenschaft neue Erkenntnisse publik macht.

Im Vortrag am Freitag, 31. Oktober mit Mario Becker (EOS Studienreisen) werden bildreich und spannend 15 Neuentdeckungen der römischen Archäologie präsentiert und diskutiert, ihre Bedeutung für die Wissenschaft hervorgehoben und die eine oder andere Frage dazu beantwortet.

Ein Beispiel ist der „Tanzende Satyr“, der vor wenigen Jahren an der Südküste Siziliens entdeckt wurde. Sehr wahrscheinlich stammt das Kunstwerk aus Rom, wo es kurz vor dem Versinken im Meer von König Geiserich und seinen Vandalen erbeutet wurde.

Der jährliche Herbstvortrag beginnt um 18.00 Uhr im Veranstaltungsraum der RömerWelt. Der Eintritt ist frei. Über Spenden für die Museumsarbeit freuen wir uns."

Kontakt:
RömerWelt am caput limitis - Arienheller 1 - 56598 Rheinbrohl
Tel. 02635 921866 - info@roemer-welt.de - www.roemer-welt.de
www.facebook.com/caputlimitis

Quelle: Webseite der RömerWelt


Am 21.10.2025 von QVINTVS:
Der Limesturm bleibt in Rheinbrohl - FiftyFifty-Kunstaktion mit stiller Versteigerung in der RömerWelt am caput limitis ist beendet

Am letzten Sonntag (19.10.2025) endete die ganz besondere Kunsta(u)ktion "Fifty-Fifty" von Frank Grabowski in der RömerWelt am caput limitis in Rheinbrohl. Natürlich hätten es gerne ein paar Gebote mehr sein dürfen, aber es freut uns sehr, dass die überwiegende Mehrheit der Bilder neue Besitzer gefunden hat. Danke an alle Besucher und Bieter!

Mich persönlich freut es besonders, dass ich den Zuschlag für das Bild des Rheinbrohler Limesturms bekommen habe. Das passt prima ins das Jubiläumsjahr "20 Jahre Welterbe Limes". Die Chancen stehen gut, dass dieses Werk bald einen Platz in der RömerWelt finden wird.

 

Zu dieser einmaligen Aktion siehe auch den Römer-Blog-Beitrag vom 30.09.2025.

Zum Erlös, dessen Hälfte dem Aktions-Motto "Fifty-Fifty" entsprechend der Stiftung "Caput Limitis" - und damit direkt der RömerWelt am caput limitis - zugute kommen wird, folgt noch ein weiterer Beitrag im RömerBlog.

Bis dahin danke ich dem Initiator Frank Grabowski ganz besonders herzlich für diese tolle Aktion! Es war eine Freude, Dich kennengelernt zu haben und ich hoffe, dass der Kontakt bestehen bleibt!

Für weitere Aktionen von Frank Grabowski siehe auch https://www.prog-art.de.


Am 10.10.2025 von QVINTVS:
Herstellung römischer Rippenschalen in der Römischen Glashütte der RömerWelt am caput limitis

Das am 16. September hier gestellte Rätsel der bunten Glasstäbe kann nun gelöst werden: In etwa 1 cm dicke Scheiben geschnitten waren sie das Rohmaterial zur Herstellung von insgesamt drei Rippenschalen nach römischem Vorbild. Diese bunten Schalen wurden am 27. und 28. September 2025 während des Thementag Glas (sowie des Vorbereitungstages) in der Römischen Glashütte der RömerWelt am caput limitis hergestellt.

Passend dazu gab es am Sonntagnachmittag den Vortrag "Zur Herstellungstechnik römischer Rippenschalen, mit einer Einführung in die 'Beweisführung' bei der Erforschung antiker Herstellungstechniken", in dem verschiedene Herstellungstechniken diskutiert wurden. Eine ältere Kurzfassung des Vortrages kann hier als PDF heruntergeladen werden: http://archeoglas.glasofenexperiment.de/downloads/pdfs/2013/wiesenberg_glastag2013_-_zur_herstellungstechnik_roemischer_rippenschalen__pdf-kurzfassung.pdf

Gezeigt wurde anschließend am kleinen Glasofen der Römischen Glashütte die nach aktuellem Stand wahrscheinlichste Herstellungsweise, indem zunächst aus den zusammengelegten Glasscheibchen ein Fladen erschmolzen wird, in den dann die Rippen mit Werkzeugen (Maurerkellen) gekniffen werden. Dieser gerippte Fladen wird nach Abflachen des Randes (wieder mit Maurerkellen) über einer halbkugeligen Form abgesenkt. Während des ganzen, etwa eine halbe Stunde dauernden, Prozederes muss das Werkstück natürlich regelmäßig im Glasofen erwärmt werden.

Diese von den ROMAN GLASSMAKERS / THE GLASSMAKERS Mark Taylor & David Hill schon vor über 20 Jahren vorgeschlagene Herstellungsweise ist eigentlich recht einfach und schnell erlernbar, was unsere Ergebnisse zeigen - schließlich war bei einer blauen Rippenschale mit Dirk ein kompletter Neuling als Glasmacher an den Maurerkellen.

Der Schlüssel zum Erfolg lag hier in den, im Vergleich zu den im letzten Jahr (siehe RömerBlog-Beitrag vom 31.07.2024) verwendeten "modernen" Millefioriglas-Scheibchen, viel dickeren selbst gefertigten Abschnitten der Glasstäbe. Die korrekten Glasfarben und die gewählten Muster gewährleisten, dass die nun gefertigten Mosaikschalen auch optisch nahe an ihre römischen Vorbilder herankommen.

Jetzt fehlt natürlich noch die Überarbeitung des Randabsatzes und die Entfernung der Trennmittelreste im Inneren der Schale. Beides werden wir demnächst auf einer modifizierten Töpferscheibe oder einer Horizontal-Schleifmaschine für Glas versuchen - und natürlich berichten!


Am 9.10.2025 von QVINTVS:
"Mein Römer-Entdeckerbuch Niedergermanischer Limes im Rheinland" wieder in der RömerWelt am caput limitis Rheinbrohl erhältlich

Es war über ein Jahr lang ein Dauerbrenner in der RömerWelt am caput limitis, das "Mein Römer-Entdeckerbuch Niedergermanischer Limes im Rheinland", das 2024 von der NRW-Stiftung (gefördert vom Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung) aufgelegt wurde.

Auf über 160 Seiten stellt das "Mein Römer-Entdeckerbuch Niedergermanischer Limes im Rheinland" in kindgerechter Aufmachung nicht nur den Rhein als Außengrenze des Römischen Reiches, sondern auch viele relevante Fundstätten links und rechts der Flußgrenze vor. Das Ganze wird gerahmt durch viele Hintergrundinformationen zum Römischen Reich, zum Militär und zum Alltagsleben - vom Kastell über den Straßenbau bis zur Wachstafel. Das verführt übrigens auch Erwachsene zum Reinblättern...!

Heute kam per LKW nochmals schwere Kost an und seit wenigen Stunden liegt das "Mein Römer-Entdeckerbuch Niedergermanischer Limes im Rheinland" wieder im Limes-Informationszentrum von Rheinland-Pfalz, der RömerWelt am caput limitis kostenfrei zur Mitnahme aus. Vielen Dank an die NRW-Stiftung!.

 

Link zum Download des Römer-Entdeckerbuches: https://www.nrw-stiftung.de/fileadmin/pdf/brosch%C3%BCren/nrw_stiftung_entdeckerbuch_240215-kl.pdf

Weitere Informationen zum Römer-Entdeckerbuch: https://www.nrw-stiftung.de/presse/neues-roemer-entdeckerbuch-der-niedergermanische-limes-im-rheinland-vorgestellt.html


Am 8.10.2025 von QVINTVS:
Neues bei den Limes-Cicerones: Der erste "Doppel-Limes-Cicerone"

Am Schnittpunkt von den beiden UNESCO-Welterbestätten Obergermanisch-Raetischer Limes und Niedergermanischer Limes gibt es mit der Person von Christian Havenith jetzt den ersten (und bislang einzigen) Limes-Gästeführer, der sowohl für den Obergermanisch-Raetischen Limes als auch für den Niedergermanischen Limes von der Deutschen Limeskommission zertifiziert ist.

Da aus Termingründen die Übergabe des Zertifikats und des Gästeführer-Ausweises samt Präsent während der Feierstunde beim Treffen des Lenkungskreises des Niedergermanischen Limes im Museum Burg Linn in Krefeld am 1. Oktober nicht möglich war, übernahm dies die Limeskoordinatorin von Rheinland-Pfalz Dr. Jennifer Schamper im Anschluss an den gestrigen Vortrag der Gesellschaft für Archäologie an Mittelrhein und Mosel im Kuppelsaal der Festung Ehrenbreitstein.

 

Auch von der RömerWelt als Limes-Informationszentrum von Rheinland-Pfalz einen herzlichen Glückwunsch - und auf weitere Jahre der guten Zusammenarbeit! De facto wurde ja schon in den letzten Jahren das Welterbe Niedergermanischer Limes mit Fürhungsangeboten berücksichtigt, so zum Beispiel mit dem "LimesSprung" von der RömerWelt Rheinbrohl aus nach Bad Breisig oder mit Führungen in Remagen.

Informationen zum Angebot gibt es auf der Webseite der Limes-Cicerones von Rheinland-Pfalz http://www.fuehrungen-am-limes.de


Am 7.10.2025 von QVINTVS:
Terminhinweis: 12. Oktober 2025 -
Backhaustag und Bronzeguss in der RömerWelt am caput limitis Rheinbrohl

Am kommenden Wochenende findet in der RömerWelt am caput limitis in Rheinbrohl der letzte Thementag für dieses Jahr statt. Unter dem Titel "B&B - Backhaustag und Bronzeguss" werden aber nicht nur diese Handwerke vorgeführt. Natürlich sind auch andere Werkstätten in Betrieb, so zum Beispiel die Steinmetzwerkstatt und ein Glasperlen-Ofen. Für die kleinen Besucherinnen und Besucher wird eine Römer-Schild-Bastelaktion angeboten (kostenpflichtig).

Während des Thementages startet die Kunst-A(u)ktion "Fifty Fifty" des Künstlers Frank Rogowski. Dann sind die Werke erstmals im Veranstaltungsraum "Aula Nova" der RömerWelt zu sehen. Hier können bei Interesse an einem (oder mehreren) Stück(en) auch Gebote abgegeben werden.

Für weitere Informationen siehe den RömerBlog-Beitrag vom 30. September 2025.

 

 

"Pressemitteilung

Backhaustag & Bronzeguss

 

Brotbacken im Backhaus am 12. Oktober

Der große Backhaustag am 12. Oktober 2025 ist nochmal eine gute Gelegenheit, um das schmackhafte Bort nach römischer Rezeptur zu ergattern und den Bäckern beim Brotbacken in den römischen Öfen zuzuschauen. Zu sehen welche Abläufe beim Brotbacken wichtig sind, wie heiß die Öfen werden und was beim Einschieben der Brote in den Ofen entscheidend ist, dies erfahren die Gäste vom ehrenamtlichen Bäckerteam. Dabei kann ein Schluck Mulsum, der römische Gewürzwein oder der römische Aufstrich "Moretum" gekostet werden.

Für die kleinen Gäste wird die Mitmachaktion "Schilde bemalen" angeboten. Hierbei entstehen kunstvolle Einzelstücke...entweder nach römischem Vorbild oder nach eigenen Vorstellungen. Die Schilde dürfen natürlich mit nach Hause genommen werden.

Handwerk mit Steinbearbeitung & Bronzeguss

Jedoch nicht nur im Backhaus, sondern auch im Handwerkshaus wird es etwas zu sehen geben. Hier zeigt der Steinmetz sein Handwerk, informiert und steht für Fragen der Besucher zur Verfügung. Als besonderes Highlight und nicht so häufig zu sehen, wird der Bronzeguss vorgeführt. In der Schmiedewerkstatt des weitläufigen Außengeländes wird gezeigt, wie zu Zeiten der Römer Bronze und Messing gegossen wurden. Hierbei kann der Besucher den kompletten Vorgang von der Herstellung der Form über das Gießen des flüssigen Metalls bis hin zum fertigen Objekt verfolgen. Neben einigen römischen Schmuckanhängern werden auch Fibeln und möglicherweise sogar kleinere Statuetten entstehen.

Zur Info: In den nachfolgenden Herbstferien bietet das Museum am 15. & 22. Oktober eine Mitmachaktion an: Eine Zeitreise in den Alltag römischer Kinder."

Kontakt:
RömerWelt am caput limitis - Arienheller 1 - 56598 Rheinbrohl
Tel. 02635 921866 - info@roemer-welt.de - www.roemer-welt.de
www.facebook.com/caputlimitis

Quelle: Webseite der RömerWelt

PS: Die Gussvorführungen werden unterstützt von QVINTVS VETINIVS VERVS vom Römischen Vicus.


Am 6.10.2025 von QVINTVS:
Bau einer Latrine in der RömerWelt - Teil 6: die Wände

Schon seit längerem ist die Rekonstruktion einer römischen Toilettenanlage, in Fachkreisen Latrine genannt, in der RömerWelt am caput limitis in Rheinbrohl in Arbeit. Nach dem Setzen der charakteristischen Sitzsteine im März (siehe RömerBlog-Beitrag vom 21.03.2025) war erst mit diesem langen Wochenende ein Termin realisierbar, an dem die richtigen Hände drei Tage hintereinander Zeit für diese ehrenamtliche Tätigkeit finden konnten.

Genau termingerecht trafen aus Böblingen vier Paletten Poroton-Steine und Stürze ein, um die Wände der Latrine zu mauern. Der fehlende Dünnbettmörtel wurde vor Ort beschafft, als Ergänzung lagen noch ein paar Säcke Portlandzement für die erforderliche Ausgleichsschicht parat. Diese musste aber gar nicht so dick wie befürchtet ausfallen, wie eine Kontrolle per Flächenlaser ergab. Da die bislang genutzte, jahrzehntealte Bohrmaschine für das Anrühren des Dünnbettmörtels wenig geeignet erschien, wurde der ohnehin schon beträchtliche private Werkzeug-Pool noch um ein Mörtel-und-Farb-Rührgerät ergänzt. Nach Maurerkette und Wasserwaage war dieser Profi-Mixer wohl das drittbeliebteste Werkzeug des langen Wochenendes.

Leider zeigte sich das Wetter deutlich feuchter und noch windiger als angesagt. Immerhin haben wir so weniger geschwitzt, dennoch konnten wir den (mittlerweile schon fast obligatorischen) RömerWelt-Regenbogen kaum adäquat bewundern. Nach drei Tagen Plackerei waren nicht nur wir, sondern auch die vier Außenwände der Latrine geschafft.

 

Vielen Dank an Derek und Murph für die ehrenamtliche
Unterstützung - und an Nicole für die lebensrettende
Versorgung am Sonntag!

Und Dank auch an die privaten Spenderinnen und Spender sowie die Plattform www.heimatleben.de der Sparkasse für die finanzielle Unterstützung!

Demnächst geht es ans Verputzen und die Holzdecke. Und die meisten Fensterscheiben fehlen ja auch noch ... die wollen wir in der benachbarten Römischen Glashütte anfertigen ... die Fortsetzung folgt dann live mit Ton und in Farbe in der RömerWelt sowie hier (ohne Ton) im RömerBlog!

 


Am 5.10.2025 von QVINTVS:
Portland Vase-Devotionalien von Wedgwood

Während des römischen Glasofen-Projektes des Archeocentrum Velzeke übergab mir David Hill mehrere Präsente, die ideal in mein Sammelgebiet "PortlandVase" passen. Neben dem kleinen Sammelteller links und dem Miniatur-Krug rechts konnte ich noch Literatur und eine schöne, alte Postkarten-Serie des British Museum meiner Sammlung hinzufügen. Ganz herzlichen Dank dafür!

Dieses in Italien gefundene, aber im Laufe seiner wechselvollen Geschichte zum englischen Vorzeige-Römer-Glasobjekt mutierten Glasgefäß ist in vielerlei Hinsicht interessant. Mehrfach restauriert, ist es vermutlich eins der am besten dokumentierten Glasobjekte der Antike - und eins, dessen Herstellung und auch Ikonographie immer wieder Diskussionsstoff bieten.

Dessen ungeachtet hat dieser Glaskrug des frühen 1. Jahrhunderts nach Christus wohl im Laufe der Jahrhunderte eine unüberschaubare Flut an Nachahmungs-Versuchen, Interpretationen, Inspirationen, Zitaten, Abwandlungen und teilweise merkwürdigen Devotionalien verursacht, was - zumindest in dieser Masse und Vielfalt - für archäologische Fundstücke eigentlich eher unüblich ist.

Eine seit 1790 nicht versiegende Quelle von Kopien, Interpretationen und Devotionalien ist die englische Firma Wedgwood. Von ihr stammen die hier abgebildeten Sammelteller und die (stark verkleinerte) Abwandlung des im Original zweihenkligen Kruges zu einem Einhenkler. Alleine die Portland-Vase-Werke von Wedgwood scheinen ein schier unüberschaubares Sammelgebiet zu sein!


Am 2.10.2025 von QVINTVS:
Lateinkurs in der RömerWelt am caput limitis Rheinbrohl ab 6. November 2025

Auf Initiative von Herrn Dr. Hartmut Froesch findet zum zweiten Mal ein Lateinkurs in der RömerWelt am caput limitis in Rheinbrohl statt. Das finden wir eine ganz tolle Initiative! Die Anmeldung ist noch bis zum 20. Oktober möglich (s.u.).

"Latein am Limes

Schnupperkurs in der RömerWelt ab dem 6. November 2025


Lust im Winter etwas Neues auszuprobieren? Die RömerWelt Rheinbrohl hat ab November ein neues Angebot im Programm, um dem Winterblues entgegenzuwirken und sich geistig ein wenig herauszufordern.

An zehn Donnerstagen findet ab 6. November 2025 im Seminarraum der RömerWelt, jeweils von 18.30 bis 20.00 Uhr ein „Schnupperkurs“ Latein statt. Die Leitung übernimmt Dr. Hartmut Froesch (Linz), der auch ehrenamtlicher Museumsführer der RömerWelt ist. Der Kurs eignet sich für Erwachsene ohne Lateinkenntnisse, die einen Einblick in die Sprache der Römer gewinnen wollen, aber auch für Eltern mit Ihren Kindern, die vor der Frage stehen, ob das Kind auf einer weiterführenden Schule Latein als erste, zweite oder dritte Fremdsprache wählen soll.

Das Unterrichtsmaterial wird gestellt. Die Teilnehmerzahl beträgt mindestens 8, maximal 15 Personen. Die Gebühr, die auch als Spende deklariert werden kann, beträgt für Erwachsene 60,00 € für Kinder & Jugendliche 40,00 €. Eine verbindliche Anmeldung ist bis zum 20. Oktober unter info@roemer-welt.de oder über unser Kontaktformular notwendig. Für Rückfragen ist das Büro der RömerWelt unter Tel. 02635 921866 erreichbar."

Quelle: Webseite der RömerWelt


Am 1.10.2025 von QVINTVS:
Terminhinweis: 11. Oktober 2025 - 36. RömerStammtisch mit "Offener Werkstatt" in der RömerWelt am caput limitis Rheinbrohl

Genau vor dem Thementag Backhaus und Bronzeguss (Info folgt) wird am Samstag, dem 11. Oktober 2025, der nächste RömerStammtisch mit "Offener Werkstatt" in der RömerWelt am caput limitis stattfinden. Zur Vorbereitng des Thementages werden wir uns schon einmal mit dem Abgießen einiger kleiner römischer Fundstücke und Repliken beschäftigen.

Tagsüber und beim abendlichen gemütlichen Beisammensein an der Feuerschale gibt es wieder Gelegenheit zum informellen Römer-Smalltalk.

 

 

"Der Termin des nächsten Römer-Stammtisches 2025

 


Wir freuen uns auf den nächsten „RömerStammtisch mit offener Werkstatt“ am 11. Oktober 2025 von 11.00 bis 17.00 Uhr.

Der Stammtisch soll als Treffpunkt und zum Informationsaustausch für Römer-Interessierte dienen. Ebenso ergibt sich dabei bei Interesse die Möglichkeit, einige Replikate römischer Objekte selber herzustellen. Dafür bieten die Werkstätten des Erlebnismuseums zahlreiche Möglichkeiten, die sich nicht nur auf Metallbearbeitung, wie Schmieden und Buntmetallguss, sowie Stein- und Holzbearbeitung beschränken müssen. Projekte mit Ton, Textilien, Leder, Glas, Knochen und Horn sind ebenfalls realisierbar. Hierfür bietet die RömerWelt nicht nur die Infrastruktur, sondern kann gegebenenfalls auch mit einer fachlichen Anleitung dienen, die im Idealfall sowohl die handwerklichen als auch die archäologischen Grundlagen abdeckt.

Bei Interesse an einer Teilnahme bitten wir um eine kurze Information an info@roemer-welt.de oder Tel. 02635-921866. Eine spontane Teilnahme ist dennoch möglich.

Infos über den RömerStammtisch zum Download: http://roemer-blog.de/downloads/downloads2023/RoemerWelt/RoemerStammtisch-Allgemeine-Infos.pdf


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